Schluss mit Diskriminierung! Vorgehen von ElternvertreterInnen in Spengergasse nicht tragbar

Unglaublich! Das war die erste Reaktion heute morgen, nach der Lektüre des Kurierartikels über die Reaktion von Herrn Dietmar Doubek zu einem Lehrer,  der  nach einer Geschlechtsumwandlung als Lehrerin an die Schule zurückkehrt!

Ich bin selbst Mitglied dieses Vorstands- Kassier  Stellvertreterin- und muss mich klar dazu distanzieren! Diskriminierung darf an unseren Schulen KEINEN Platz haben!

Ausgrenzung muss ein Ende haben!

Ich trete für eine TOLERANTE,  WELTOFFENE,  NICHT DISKRIMINIERENDE, ANTIFASCHISTISCHE, FEMINISTISCHE und DEMOKRATISCHE GESELLSCHAFT ein und kann es nicht dulden, dass in der Schule, in die meine Tochter hingeht, solche Diskriminierungen auch heute noch stattfinden!

Ich werde mich entscheiden dafür einsetzen, dass an dieser  Schulen  Aufklärung und Information stattfindet, werde aber dazu auch die Hilfe vieler andere Eltern benötigen!

Anbei meine öffentliche Stellungnahme!

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzen habe ich eben den Kurier Artikel gelesen und möchte mich als Mitglied des Elternvereinsvorstands entschieden gegen diese Vorgehensweise aussprechen!
Abgesehen davon, dass ich als Mitglied des Vorstands darüber und über die Vorgehensweise NICHT informiert wurde, habe ich weder Verständnis für dieses Verhalten noch kann ich es nachvollziehen.

Unsere Aufgabe als Erwachsene ist es, unsere Kinder auf die Zukunft vorzubereiten und ihnen das nötige Rüstzeug für die Zukunft mitzugeben. Dazu gehört in der heuigen Zeit, wo Ausgrenzung -von Menschen die anders denken, anders aussehen und auch andere Lebensmodelle haben- wo Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antifeminismus etc. nach wie vor Gang und Gebe sind, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen aufklären und zu toleranten und weltoffenen BürgerInnen erziehen.
Wir als Eltern, und v.a. als Eltern, die sich in den Schulen engagieren, haben die Aufgabe, gerade in diesem Bereich vorbildhaft zu wirken und jeglicher Diskriminierung entgegenzuwirken!
Unsere Jugendlichen brauchen keine psychologische Betreuung sondern dringend eine Aufklärung über die Normalität von Transidentität und den Respekt und die Akzeptanz dafür. Wenn wir nicht als Vorbilder wirken und jeglicher Diskriminierung entgegen wirken, dann wird unser Nachwuchs dies auch nie schaffen. Die sexuelle Orientierung darf in keinem Beruf eine Rolle spielen! Und wenn mich ein Jugendlciher fragt, ob er in Frauenkleidern in die Schule gehen darf, dann werde ich ihm mitteilen, dass er das darf und wenn es ihm ein innerliches Bedürfnis ist, dass ich ihn unterstützen werde! Ich werde ihn aber auch darauf aufmerksam machen, mit welchen Diskriminierungen er zu rechnen haben wird- erst recht nach dieser Ansage!

Ich distanziere mich nicht nur bezüglich der Meinung von Herrn Doubek, sondern fordere eine sofortige Neuwahl des Vorstands, eine öffentliche Entschuldigung gegenüber der betroffenen Lehrerin und allen Transsexuellen und bestehe darauf, dass etwaige Rechtskosten nicht vom Elternverein finanziert werden!

Mit freundlichen Grüßen
Momo Kreutz

10 Kommentare zu „Schluss mit Diskriminierung! Vorgehen von ElternvertreterInnen in Spengergasse nicht tragbar“

  1. Ich möchte ehrlich sein… mich als transsexuelle Frau zieht das gerade total runter. Da wird gesagt, dass es um eine weltoffene Gesellschaft geht, aber es wird ein Bild vermittelt, als ob eine transsexuelle Frau mal „ein Mann“ gewesen wäre und wie tolerant es wäre „ihn“ als „geschlechtsumgewandelte Lehrerin“ anzunehmen. Das traurige ist, dass damit ja völlig verdreht wird, warum eine transsexuelle Frau sich als Frau outet – nämlich nicht deswegen, weil sie ein Mann mit Identitätsstörung ist (wie Menschen die an ein phallozentriertes Weltbild glauben gerne mal behaupten), sondern gerade WEIL sie ja eine transsexuelle Frau ist.

    Mich ärgert das dermassen, da die Motive der körperlichen und (zum Teil) sozialen Veränderung (wobei mensch sich ja eigentlich schon fragen muss, was das für eine Welt ist, die Frauen und Männer meint in sozial unterschiedliche Gruppen trennen zu müssen – die Geschlechtsstereotypen lassen grüssen), ja ins völlige Gegenteil verkehrt werden. Aus einer „echten“ transsexuellen Frau wird per Umdeklarierung dann ein Mann, der sich „wie eine Frau fühlt“ gebastelt.

    1. Sie haben vollkommen recht! Es wird dann immer auf Gesetzestexte gepocht bzw. auf „das Normale“- was immer das ist? Da haben wir- und ich schließe mich nicht aus- noch viel zu lernen!

  2. Was gerade die Hintergeschichte hier angeht, habe ich keine Möglichkeit zur Meinungsbildung gehabt. Auf einem Punkt muss ich jedoch entschieden widersprechen: Feminismus in der heutigen Form strebt keineswegs nach z.B. Gleichberechtigung (wenn die Situation im deutschsprachigen Raum erheblich besser ist als etwa in Schweden). Auch ist er mit z.B. Toleranz und Weltoffenheit kaum zu vereinbaren. Entsprechend ist der Anti-Feminismus nicht der Bösewicht.

    Ich würde Dich raten, nachzuforschen was „politische“ Feministen tatsächlich glauben und wollen.

    1. ich weiß nicht was Sie unter Feminismus in der heutigen Form verstehen, aber m.E. geht es nach wie vor um Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, Menschenwürde und Entscheidungsfreiheit. Aber wie Sie vlt. auch wissen, gibt es keine einheitlichen Theorien zu Feminismus. Wie in vielen anderen Bereichen hat sich vieles im Laufe der Jahrhunderte verändert, so auch die Rechte der Frauen, aber von Gleichberechtigung kann nach wie vor nicht die Rede sein.
      Tatsache ist, dass Frauen in Spitzenfunktionen sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Bereich eine Rarität sind. Auch auf politischer Ebene liegt die Macht mehrheitlich in Männerhänden. Die Einkommensschere wird nach wie vor nicht kleiner, sogenannte McJobs sind Frauenjobs, die Betreuung von Kindern und die Altenpflege sowie Haushalt sind nach wie vor Frauensache. Da liegt noch einiges an Arbeit vor uns, ehe wir von Gleichberechtigung reden können.

      1. Eben dies ist der Kern von dem Problem: Feministen behaupten, sie würden für Gleichberechtigung arbeiten und/oder dass es noch gravierende Probleme vorhanden seien—und werden von Vielen, die nicht näher hinschauen, geglaubt.

        In der Realität hat sich die dominante Bewegung (und Sie haben völlig recht darin, dass es viele Arten von Feminismus gibt) längst hiervon entfernt. Vorallem in Schweden und USA sind einige völlig absurde Ideen populär, inklusive das „Patriarchat“, eine aus dem Marxismus hergeleitete Ideologie, eine Verleugnung von wissenschaftlich belegten Geschlechtsunterschieden, und die pauschale Einstellung, dass Männer Bösewichte und Frauen Opfer sind. Gleichberechtigung wird keineswegs angestrebt, sondern nur einseitige Maßnahmen dort wo Frauen benachteiligt werden (oder auch nur benachteiligt werden scheinen), während die Bereiche wo Männer benachteiligt werden unbeachtet bleiben.

        Einige Beispiele (mit Diskussion, warum sie falsch sind) von sehr gewöhnlichen und grob irreführenden Aussagen finden Sie z.B. auf http://michaeleriksson.wordpress.com/2010/07/01/unfair-argumentation-methods-vii-swedish-example/ (Hier ist allerdings u.U. Detailunterschiede zwischen z.B. Schweden und Deutschland zu beachten.)

  3. Ich finde es sehr anständig und sehr mutig Flagge gegen Diskriminierung zu zeigen.
    Gerade Transen haben ja eigentlich überhaupt keine Lobby.
    Doch der beste Schutz ist, wenn keiner darüber bescheid weiß.
    Deshalb sollte das TSG und die Behandlungsstandarts endlich humanisiert werden.
    Das hat auch der EU Menschenrechtskommissar Thomas Hammarberg gefordert!
    Das fordern auch die Yogyakartaprinzipien!
    Gegen die menschenverachtende Haltung der B“R“D in der Transenfrage,
    wird auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg geklagt; Beschwerden Nr. 946/10!
    Vorwärts, für eine antifaschistische und demokratische Neuorientierung unseres Landes!

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